Ziele

KÖRPER

 

1. Die Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein positives Selbst- und Körperkonzept sind Motoren für die gesamte körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung.

Alles, was das Kind tut, wird durch Bewegungen begleitet, deshalb ist es wichtig, die motorischen Fertigkeiten weiter zu entwickeln.
Neben Bewegungslandschaften im Haus, wie Kletterbogen, Tunnel, Bänke etc. nutzen wir vor allem den Garten und angrenzenden Bolzplatz, um vielfältige Bewegungsformen zu erproben. Bälle, Stelzen, Schwungtücher, Seile usw. motivieren Kinder, mutig neue Herausforderungen anzutreten.
Unterstützend stehen wir ihnen auch zur Seite, wenn sie z.B. in der Bewegungsbaustelle, welche regelmäßig in der ortsansässigen Sporthalle stattfindet, erste Erfahrungen im Umgang mit Großgeräten sammeln. Die Sporthalle bietet weiterhin Raum, um verschiedene Bewegungsspiele, Parcours, Stationen oder ein Zirkeltraining in altershomogenen Gruppen zu absolvieren. Auf Spaziergängen oder Erkundungen in der Umgebung legen wir besonderen Wert auf ein rücksichtsvolles Laufen mit einem Partner oder üben uns gezielt im Hüpfen, rückwärts Gehen, Vierfüßlerstand etc. Eine Kinderhausolympiade lädt zum gegenseitigen Kräftemessen in unterschiedlichen Disziplinen ein und fördert vor allem die sportliche Gemeinschaft. Für ein positives Körpergefühl spielt neben der Bewegung vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle. Deshalb klären wir die Kinder regelmäßig über Nahrungsmittel auf, bereiten gemeinsam gesundes Frühstück zu oder laden uns Experten ein, die dieses Thema spielerisch vermitteln. Beim Verarbeiten von Lebensmitteln achten wir auf saisonalen Bezug, Herkunft, Hygienemaßnahmen und klären über Verwendungsmöglichkeiten sowie Wertigkeit für den Körper auf. Zu den Frühstückszeiten bieten wir bewusst ausschließlich Wasser, Tee oder Milch als Getränk an.

2. Alle Kinder erweitern und differenzieren ihre fein –und graphomotorischen Fertigkeiten.

Zur Unterstützung der Entwicklung im Bereich der Feinmotorik stehen den Kindern in allen Räumlichkeiten Materialien zur Verfügung. So ermutigen z.B. im Sinnesbereich  Geschicklichkeitsparcours, Kettenfädeln, Knöpfen etc., im Theater das An- und Auskleiden oder im Bereich Bauen und Konstruktion das Erstellen unterschiedlicher Gebäude, das Hammerspiel
usw., die Auge- Hand- Koordination zu trainieren. Legematerialien wie Trapezmuster, Aximo, Formen sowie der zielgerichtete Umgang mit Scheren, Klebstoff, Pinseln, Knetmasse, Reißtechnik usw. stärken die Fingermuskulatur und fördern die Beweglichkeit.

Eine wesentliche Rolle spielt das differenzierte Einsetzen der Kraft.
Diese Erfahrung sammeln Kinder unter anderem beim Experimentieren mit Gegenständen wie Pinzetten, Pipetten oder Messlöffeln. Während Kinder mit Wachs- oder Wasserfarben sowie Filz- oder Buntstiften malen, bemerken sie, welche Auswirkungen unterschiedlich stark ausgeübter Druck auf das Malergebnis, aber auch auf die Empfindungen der Hand hat.

Nachdem Kinder eine differenzierte Feinmotorik entwickelt haben, beginnt das Erlernen der feinsten Koordinationsleistung, welche man als Graphomotorik bezeichnet. Um regelmäßige bewusste Schreibbewegungen anzubahnen, stehen Arbeitsblätter mit Schwungübungen in unterschiedlichen Größen zur Verfügung oder wir bieten z.B. „Malen nach Musik" an. Zwischen diesen Angeboten regen angeleitete Lockerungsübungen an, die Muskulatur zu entspannen.

3. Sie erwerben Wissen über ihren Körper, entwickeln ein Gespür für seine Fähigkeiten und die Gesunderhaltung.

Kinder sollen sich in ihrem Körper wohlfühlen. Dazu gehört ein Gefühl für die Körpergröße und die einzelnen Körperteile. Unterschiedliche Wand- oder Handspiegel laden dazu ein, genauer hinzusehen und sich bewusst wahrzunehmen. Die Kinder lernen Bezeichnung und Funktion der Gliedmaßen, Sinnesorgane und inneren Organe kennen. Hierfür stehen neben Eigen- und Fremdbetrachtung vielseitige Sachbücher und Modelle wie Skelett oder Organpuppe zur Verfügung. Wir bahnen ein Verständnis für einfache Zusammenhänge wie z.B. zwischen Auge und Sehen, zwischen Nahrungsaufnahme und Verdauung oder zwischen Herz/Lunge und Blutkreislauf an.

 

Im gemeinsamen Miteinander, im Spiel und sich Ausprobieren lernen Kinder die Fähigkeiten ihres Körpers kennen. Wir fördern u.a. durch den Wechsel zwischen Aktivität und Pause eine Sensibilisierung für körperliche Stärken und Schwächen. Bewusst bitten wir Kinder, Empfindungen im und am Körper zu lokalisieren und auf Warnsignale zu achten. Schon früh schulen wir Verhaltensweisen bei Unfällen oder Verletzungen und üben uns im Versorgen kleinster Wunden.
Hierfür steht den Kindern auch eigens ein „Erste-Hilfe- Schrank" zu Verfügung. Damit Kinder ein Verständnis entwickeln, wie sie zur Gesundhaltung ihres Körpers beitragen können, achten wir z.B. auf Hygienemaßnahmen wie Händewaschen nach dem Spiel im Garten oder dem Toilettengang, vor dem Essen oder der Zubereitung der Speisen. Die Kinder werden angehalten, darauf zu achten, dem Wetter entsprechende Kleidung zu tragen. Sie erleben im Rahmen geeigneter Aktivitäten z.B. den Umgang mit Kälte, Nässe oder Hitze.

4. Die Kinder erfahren, wie sie ihren Körper als Darstellungs- und Ausdrucksmittel für Musik, Tanz und darstellendes Spiel einsetzen können

Unser musikalisches Repertoire reicht vom Kinderlied, über Hip-Hop bis hin zu klassischen Balladen.
Uns ist es wichtig, dass Kinder die verschiedensten Musikrichtungen kennenlernen und ausprobieren, wie man sich z.B. im Einklang zur Musik bewegt. Accessoires, wie Tücher, Bänder, Verkleidungen, aber auch Instrumente wie Rasseln, Trommeln, Triangeln etc. laden ein, den Ausdruck der Bewegung zu unterstreichen. Bewusst spielen wir Mitmach- oder Bewegungslieder, die anregen, Gehörtes gezielt umzusetzen. Einblicke in Ballettvorführungen, Musicals oder Opern helfen den Kindern, Stimmungen aufzunehmen und mögliche Interpretationen in Haltung, Körperspannung und Körpersprache als Ausdruck zu begreifen.

Im Theater- und Rollenspielbereich haben die Kinder die Möglichkeit, Phantasien und Vorstellungen auszuleben und in andere Rollen zu schlüpfen. Wir leiten sie an, Mimik und Gestik einzusetzen, um Ausdrücke hervorzuheben, Darstellungsmittel wie Bewegung und Sprache zu erproben oder die Wirkung von Kostümen und Kulissen einfließen zu lassen.

 

 

„ Die Sinne sind uns Brücke vom Unfassbaren zum Fassbaren"

 

SINNE

 

1. Kinder nehmen die Umwelt über ihre Sinne wahr und erforschen die Welt durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen und Tasten.

Die meisten Sinneseindrücke aus unserer Umwelt erhalten wir über unser visuelles System. Zur Orientierung sind die Augen unerlässlich beschäftigt und helfen uns, Raum, Gebäude oder Natur zu erfassen. Im spielerischen Miteinander hinterfragen wir bei Kindern Informationen zu Gestalt, Größe, Form, Lage und Beschaffenheit der Menschen und Gegenstände. Gezielt benennen wir Farben, Formen, Entfernungen oder Verhältnisse zueinander, damit es Kindern gelingt, Vergleiche und Unterscheidungen anzustellen und einzuordnen. Spiele wie „Schau genau", Zerrspiegel, optische Täuschungen, Bildbeschreibungen u.v.m. setzen wir ein, um zum bewussten Sehen anzuregen.

Das menschliche Ohr nimmt Geräusche in vielfacher Weise wahr. Wir schulen Kinder darin, zu erkennen, in welcher Richtung sich eine Geräuschquelle befindet und zwischen hohen und tiefen Tönen zu differenzieren, z.B. beim Musikhören, Spielen von Instrumenten oder beim Erzeugen von Klängen.
Hörmemorys, CDs und Alltagsgegenstände nutzen wir, um bestimmte Geräusche richtig zu erfassen, zu unterscheiden, zu vergleichen und zuzuordnen und somit die auditive Wahrnehmung zu fördern.

Damit Kinder bestimmte Gerüche präzise in Verbindung bringen können, regen wir sie z.B. bei der Verarbeitung von Lebensmitteln, beim Pflanzen von Kräutern, beim Spaziergang in der Natur etc. an, die Augen zu schließen und Geruchsempfindungen zu beschreiben. Oft verbinden Kinder die wahrgenommenen Düfte mit bereits bekannten Gerüchen. Wir nennen ihnen die passenden Begrifflichkeiten, wie würzig, blumig, fruchtig usw.

Nachdem der Geruchssinn uns Auskunft gegeben hat, entscheiden wir, ob wir das, was da vor uns steht, auch essen möchten. In der „Arche Lounge" und beim Zubereiten von Lebensmitteln in der Küche können Kinder ihren Geschmackssinn auf die Probe stellen. Wir ermutigen sie, vor allem gesunde Nahrungsmittel zu probieren und sich auf neue Geschmackserlebnisse einzulassen.
Die Kinder erfahren, dass man süß, salzig, sauer, bitter und umami unterscheiden kann. Unser größtes Sinnesorgan ist die Haut, als sensorisches Organ stellt sie die Schranke zwischen innen und außen dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Über den Tastsinn erhalten Kinder Informationen zu Oberflächenstruktur, Konsistenz, Formen etc.
Der Sinnesbereich ist deshalb so gestaltet, dass eine Fülle unterschiedlichster Materialien, wie Massageutensilien, Körperduschen, Fühlstämme usw. taktile Anreize setzen. Die Kinder werden herausgefordert, Berührungs- Druck- und Temperaturempfindungen zu beschreiben. Sie erkennen Gegenstandsformen, entwickeln einen Spürsinn und lernen zu differenzieren.

2. Sie nehmen Bilder und Klänge aus Alltag, Musik, Kunst und Medien sowie Eindrücke aus der Natur bewusst auf.

Geräusche, Klänge, Bilder und Sprache umfangen Kinder kontinuierlich im Alltag und zugleich bringen sie sie selbst hervor. Die Räume des Kinderhauses als direkte Lebensumwelt sollen anregen, herausfordern, einladen. Deshalb sind Spiel- und Lernmaterialien vorwiegend auf Augenhöhe und in Reichweite von Kindern angeordnet. Dekorationen und Kunstwerke laden zum gemeinsamen Betrachten ein, selbst gestaltete Werke aus allen Bereichen werden ausgestellt. So gelingt es Kindern, vielfältige Eindrücke zu sammeln, zu vergleichen und zu speichern. Eine Vielzahl an Instrumenten ermutigt Kinder, mit Klängen zu experimentieren. Wir zeigen ihnen Handhabung und Einsatzmöglichkeiten. Das Kennenlernen von Musikstücken unterschiedlichster Komponisten hilft Kindern, eigene Vorlieben zu entwickeln und musisch-sinnliche Erfahrungen zu erwerben.
Wir geben Kindern Gelegenheiten, ihre Freude am Gestalten zu entdecken. Dabei begegnen sie Künstlern, lassen sich von deren Werken inspirieren und sammeln eigene Ideen. Gemeinsam sprechen wir dabei über eigene Gedanken, Gefühle und über Vorstellungen zu Inhalt und Form. Medien, wie Laptop, Radiorecorder, Zeitungen und Bücher dienen als Informationsquelle für aktuelle Themen oder dem Hören von Stücken alter und neuer Zeiten. Um Kindern Eindrücke aus der Natur bewusst näher zu bringen, sammeln wir z.B. Naturmaterialien, stellen Beobachtungen zum Wetter oder zu jahreszeitlichen Veränderungen an, untersuchen Böden oder bestimmen Pflanzen-, Baum- und Tierarten.

 

 

 

3. Die Kinder entwickeln vielfältige Möglichkeiten, gewonnene Eindrücke und Vorstellungen ästhetisch-künstlerisch zum Ausdruck zu bringen.

Kinder registrieren und sortieren nicht bloß, was sie wahrnehmen, sie lassen sich in ihrem Inneren davon bewegen. Wir zeigen ihnen Wege auf, diese innere Bewegung in Klängen, Sprache und Bildern auszudrücken. Als kreative Hörgestalter handeln Kinder in einem Kreislauf von Eindruck und Ausdruck. Sie werden zu Geräuschmachern, Klang- und Sprachkünstlern sowie Geschichtenerfindern.
Wir ermutigen Kinder, Wahrnehmungen in eigenen Melodien, Tänzen, Klanggeschichten, Theaterstücken und Puppenspielen darzustellen. Handpuppen, Verkleidungsstücke, Schattenspiele etc. laden ein, eigene Vorstellungen im Zusammenspiel mit anderen umzusetzen und auszuleben.
Wir regen an, Empfundenes, Erlebtes, Eindrücke und Stimmungen mit Farben, Symbolen oder Schrift zu dokumentieren.
Uns ist wichtig, dass Kinder ihre Gedanken und Ideen bildhaft darstellen. Dazu stellen wir ihnen eine reichhaltige Auswahl an Kreativ- und Naturmaterialien zur Verfügung, führen Zeichen- und Bastelgeräte, Malfarben sowie Techniken ein. Auf diese Weise erschaffen Kinder ihre Welt und entwickeln dabei Wahrnehmungs-, Ausdrucks- und Handlungsfähigkeit.

 

SPRACHE

 

1. Kinder nutzen Sprache, um mit anderen zu kommunizieren, eigene Ziele zu erreichen und an der Gemeinschaft teilzuhaben

Sprache ist ein allgegenwärtiger Teil unseres Alltages und beginnt für uns schon beim Eintreten in die Einrichtung mit einer persönlichen Begrüßung jeden Kindes. Alle Erzieher unseres Hauses sehen sich als Sprachvorbilder, weshalb sie ihr Tun und Handeln stets verbal begleiten, als aktive Zuhörer die Kinder in ihren Ausdrucksfähigkeiten ernst nehmen und somit offensiv Kommunikation fördern.
Vielfältige Erzählrunden und Kinderkonferenzen laden Kinder ein, von Erlebnissen zu berichten, unterschiedliche Themen und Meinungen zu diskutieren und eigene Ideen und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Wir bitten, Absichten und Ziele vorzugsweise sprachlich zu erläutern. Ein reichhaltiges Repertoire an Spielmaterialien regt die Kinder zum gemeinschaftlichen Spiel und zum persönlichen Austausch an, so dass sie lernen, Kommunikation zu nutzen, um an der Gemeinschaft teilzuhaben und das Zusammensein mit anderen aktiv zu gestalten.

2. Sie erfahren eine Weiterentwicklung ihrer nonverbalen und verbalen Ausdrucksfähigkeiten.

Alle Kinder bringen ein individuelles Repertoire an nonverbalen und verbalen Ausdrucksfähigkeiten mit.
Sensibel achten wir deshalb auch auf alle nonverbalen Signale, wie Blickkontakte, Körperbewegungen etc., um Kinder zu verstehen, ihrem Mitteilungsbedürfnis Bedeutung zu schenken und über Nachfragen oder Wiederholung die sprachliche Kommunikation anzubahnen. Sie erleben im Zusammenspiel mit anderen, wie man bestimmte Körperhaltungen oder Blicke als Kommunikationsmittel einsetzen kann. Bewusst zeigen wir ihnen, dass der gezielte Einsatz von Mimik und Gestik Absichten und Ausdrücke unterstreicht. Im Malatelier erfahren die Kinder, dass Kunst eine weitere Form nonverbalen Ausdrucks darstellt. Wir regen Kinder zu sprachlichen Äußerungen an, indem wir ihre stummen Aktivitäten genauso wie unsere eigenen Handlungen sprachlich kommentieren.

Je mehr Wörter ein Mensch kennt, umso reichhaltiger und ausdrucksvoller spricht er, deshalb lernen bei uns Kinder stetig, ihren Wortschatz zu erweitern, sei es im alltäglichen Benennen von Gegenständen aus der Umwelt oder beim spezifischen Einsatz von Materialien wie Bild- oder Memorykarten. Wir benennen dabei unbekannte Wörter und fördern die Merkfähigkeit durch regelmäßige Wiederholungen. Wir ermutigen Kinder, sich in altersentsprechenden Sätzen auszudrücken, weisen sie durch sprachliche Interaktionen auf die richtige Verwendung von Satzbausteinen, grammatikalischen Strukturen und entsprechende Zeitformen hin, ohne offensichtlich Fehler zu korrigieren oder bitten sie, beim Antworten die Satzbausteine der vorgegebenen Fragestellung zu verwenden.

3. Die Kinder erweitern ihre Sprachkompetenzen durch das Experimentieren mit ihrer Lautproduktion, rhythmischem Sprechen sowie den Verknüpfungen von Sprache mit Musik und Bewegung.

Um Laute richtig bilden zu können, ist eine gewisse Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Koordinationsfähigkeit von Lippe und Zunge notwendig. Deshalb bieten wir unterschiedliche Materialien wie Trinkhalme für Pustespiele, Salzstangen oder Brausestäbchen für gezielte Übungen oder Zungenverse an, bei denen Kinder üben können, ihre Mundmotorik zu verbessern. Auch Zungenbrecher, Reime oder das Klatschen von Silben laden ein, mit der Lautproduktion zu experimentieren.
Um Kinder anzuregen, ihre Satzbildungsfähigkeit zu entwickeln, lesen wir regelmäßig vor, lassen nacherzählen, bitten sie, uns z.B. Bilder zu beschreiben oder fragen nach, wie etwas funktioniert.
Auf diese Weise bilden Kinder auch aufeinander aufbauende Sätze, die sich nach und nach zu Mitteilungen bzw. ganzen Texten formen.

Jedes Kind nutzt zur Erweiterung seiner Sprachkompetenz alle Sinne, seinen Bewegungsdrang, seine Neugier, seine Liebe zur Musik. Deshalb findet bei uns Sprachförderung beim Singen, Turnen, Spielen oder Experimentieren genauso statt, wie beim Betrachten von Bilderbüchern oder
beim gezielten Einsatz von Sprachspielen. Spezifische Angebote, wie Bewegungslieder, Mitmach- Lieder und Kreisspiele ermuntern Kinder, Sprache mit Bewegung und-oder Musik zu verbinden und bringen ihnen gezielte sprachliche Verknüpfungen und melodische Ausdrucksweise näher.

4. Schrift, als alltäglicher Teil der Lebensumwelt, bietet ihnen die Möglichkeit, diese dem Alter angemessen einzusetzen.

Um die Schriftsprache zu erfassen, ist es wichtig, jeden einzelnen Buchstaben erst einmal ganzheitlich wahrzunehmen, sei es über das Fühlen z.B. an unserer Buchstabenwand oder das Legen mit unterschiedlichen Materialien, wie Wolle, Bohnen etc., um die visuellen Reize zu aktivieren.
Auch in Bewegung z.B. beim Hüpfen und Tanzen oder über das gezielte Hören wie beim Einsatz eines Anlautmemorys werden sinnliche Erfahrungen geschaffen. Bewusst haben wir das Kinderhaus so eingerichtet, dass Kindern Schrift überall begegnet, sei es am Garderobenplatz, dem Schmeckkasten, dem Erste- Hilfe- Schrank, in der Sachbücherei oder der Schreiblernwerkstatt. An all diesen Orten und Gegenständen können Kinder Bilder und Materialien nutzen, um Schrift zu deuten und erhalten so Anreize, die die Verbindung von Sprache und Schrift fördern. In der Schreiblernwerkstatt haben sie zudem die Möglichkeit, mit Schrift zu experimentieren. Hierfür stehen vielseitige Utensilien, wie Stempel, Magnetbuchstaben, Wortlegematerialien, Laptop etc. bereit, die anfangs zum freien Ausprobieren, dann zum gezielten Schreiben von Buchstaben bis hin zum Verfassen des Namens und erster Wörter genutzt werden. Unterstützend lautieren wir Buchstaben, schreiben vor und achten auf richtige Schreibrichtung und -weise.

 

 

„ Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass mich tun, und ich verstehe".
(Konfuzius)

 

DENKEN

 

1. Kinder lernen das Erfassen von Ursache- Wirkungs- Zusammenhängen, bilden Kategorien und finden Regeln, die schlussfolgerndes und logisches Denken fördern

Kinder sind stets bemüht, Neues zu erfahren, die Umwelt zu begreifen und zu lernen, Zusammenhänge zu verstehen. Partnerschaftlich begleiten wir sie in ihrem Ausprobieren, versuchen ihre Neugier zu stillen und ermuntern sie, selbstständig durch Versuch und Irrtum zu lernen. Bewusst täuschen wir auch manchmal Unwissenheit vor, hinterfragen Denkweisen und erbitten unterschiedliche Erklärungsmodelle. Wir erschaffen vielseitige Situationen, z.B. das Erstellen eines bestimmten Bauwerkes, das Bestellen des Hochbeetes, den Frühstücksablauf etc., in denen Kinder auf einzelne Teile oder Vorgänge und Zusammenhänge achten müssen, um Ziele zu erreichen. Wir nutzen Materialien wie Aximo, Bausteine oder Stifte ebenso wie Löffel, Geschirr oder Steine, um Kindern zu ermöglichen, Kategorien zu erkennen und Gegenstände anhand bestimmter Merkmale zu sortieren oder zu definieren. Das reichhaltige Repertoire an Gesellschaftsspielen lädt Kinder ein, die Merkfähigkeit zu schulen, Strategien zu entwickeln, Regeln zu erkennen und einzuhalten sowie mehr über Denkweisen der Mitspieler zu erfahren.

2. Die Kinder erkennen Symbole, Muster und Ziffern und entwickeln Mengenvorstellungen

Perlen, Konstruktions-, Lege- und Naturmaterialien setzen wir ein, um Kindern zu lernen, Farben- oder Symbolreihenfolgen zu legen, sie weiterzuführen und Musterverläufe zu erkennen. Ebenso nutzen sie es, um erste Mengenvorstellungen zu entwickeln. Über die gegenständliche Darstellung gelingt es Kindern nach und nach, diese z.B. Würfelpunkten oder Ziffern zuzuordnen, so dass Zahlen nicht mehr abstrakt gesehen werden, sondern einen direkten Wert darstellen. Auch bei alltäglichen Verrichtungen, wie dem Malen, Essen, Vorlesen oder dem Warten auf einen bestimmten Moment, fließen Zahlen ein.
So fordern wir z.B. Kinder auf, eine bestimmte Anzahl an Gegenständen zu holen, mitzuzählen wieviel Zeit vergeht oder die Länge eines Gegenstandes mit Hilfe der Anzahl an Handlängen abzumessen.

Die Kinder erlangen Wissen über Formen. Beim Legen, Stempeln, Hämmern oder Konstruieren erfahren sie Begrifflichkeiten und entdecken, dass in allem Gegenständlichen Formen beinhaltet sind, mit ihnen variabel etwas Neues erschaffen werden kann und dass eine Form unzählige kleine verschiedenartige Formen in sich verbirgt.

3. Sie haben Freude am Mitdenken und verfolgen eigene mathematische und technische Ideen

Um sich mit der Sprache der Mathematik auseinanderzusetzen, stehen den Kindern Materialien, wie Waagen, Metermaßstäbe, Lineals, Wollfäden, Sanduhren etc. zur Verfügung. Im Umgang mit diesen Gegenständen erfahren Kinder Begrifflichkeiten, wie leicht- schwer, kurz- lang, klein- groß, stellen unterschiedliche Vergleiche an, Verhältnisse zueinander her und entwickeln eine räumliche Wahrnehmungsfähigkeit. Der Konstruktionsbereich lädt z.B. ein, mechanische Ideen zu verfolgen.
Sei es beim Bau einer Murmelbahn, dem Errichten einer schiefen Ebene oder dem Erstellen eines Kranes mit einem Metallbausatz. Die Kinder lernen auf altersgerechte Weise physikalische Gesetzmäßigkeiten, die Funktionsweise von Schrauben, Muttern, Kurbeln, Hebeln etc. kennen sowie die Umsetzung eines inneren Bildes.

Der Umgang mit technischen Geräten, wie Herd, Handrührgerät, Toilettenspülung, Radio usw. wird Kindern näher gebracht. In verschiedenen spezifischen Aktionen, wie das Ansehen einer Kläranlage, die Erkundung der Technik einer Baustelle oder eines Feuerwehrautos sowie der Auseinandersetzung mit alten Geräten, wie Grammophon, Schallplattenspieler und Kaffeemühle, werden für Kinder technische Zusammenhänge durchschaubar.

4. Beim naturwissenschaftlichen Experimentieren lernen Kinder zu beobachten, Vermutungen anzustellen und diese zu überprüfen. Dabei entwickeln sie eigene Erklärungsmodelle

Durch das Entdecken, Erkunden und Wahrnehmen werden die Neugier und das Interesse der Kinder für die unbelebte Natur geweckt. Ein reichhaltiges Angebot an Experimentiermaterialien lädt ein, grundlegende Prinzipien, auf denen Wissenschaft beruht, zu erproben und zu verstehen. Gemeinsam gehen wir Fragen nach, untersuchen gezielt Elemente wie Wasser, Luft, setzen uns mit den Eigenschaften z.B. von Magneten und Erde auseinander oder versuchen herauszufinden, woraus sich die Farbe schwarz zusammensetzt. Wir ermutigen die Kinder, aktiv zu forschen, Vermutungen zu äußern, Hypothesen aufzustellen, um diese dann zu überprüfen.

 


Dabei konzipieren sie Arbeitsvorgänge, verknüpfen unterschiedliche Abläufe, kombinieren logische Abfolgen, erkennen Zusammenhänge und die Wiederholbarkeit des gesetzmäßigen Versuchs.
Als „Haus der kleinen Forscher" gehören Experimente stetig in unseren Kinderhausalltag. Durch die Patenschaft zur „Käthe- Kollwitz- Schule" in Esslingen haben die Kinder neben den Erziehern weitere naturwissenschaftliche Experten an ihrer Seite.

 

 

 

 

 

 


Regelmäßige Forschertage ermöglichen allen Kindern zusätzlich, sich intensiv mit spezifischen Themen auseinanderzusetzen.

 

GEFÜHL UND MITGEFÜHL

 

1. Die Kinder entwickeln ein Bewusstsein für die eigenen Emotionen und erfahren Mimik und Gestik als Ausdrucksmittel

Wir nehmen jedes Kind mit seiner individuellen Persönlichkeit wahr und ernst, zeigen Wertschätzung gegenüber ihm, seinen Handlungen und Werken. Wir legen besonderen Wert auf persönliche Ansprache, die Begleitung der Spielthemen, versuchen zu unterstützen und zu motivieren.
So gelingt es uns, eine Vertrauensbasis herzustellen, die Kindern ermöglicht, Emotionen zu teilen und eigene Gefühle zu offenbaren. Während des Tagesverlaufs schaffen wir Atmosphären, die Kinder anregen, zu erzählen, wann sie sich wohl fühlen oder welche Ängste und Sorgen sie bedrücken.
Wichtig ist uns, dass Kinder erfahren, welche Fremdwirkung sie mit Körperhaltung, Mimik und Gestik ausüben. Spiegel, Geschichten, Bilderbücher oder Bildkarten setzen wir z.B. begleitend ein, damit Kinder sich bewusst wahrnehmen, reflektieren und Gefühle in Bilder fassen können.

2. Sie lernen Handlungsimpulse zu lenken, um mit den eigenen Emotionen in sozial verträglicher Weise umzugehen

Jegliches Tun ist begleitet von Emotionen. Im Alltag fördern wir Situationen, in denen Kinder ihre Eindrücke mitteilen können. Wir vermitteln ihnen, wie sie mit starken Emotionen, wie Angst, Eifersucht, Ablehnung, Wut etc. umgehen können. Es werden ihnen viele Gelegenheiten geboten, intensive positive Gefühle zu empfinden, z.B. in der Beziehung zu anderen weisen wir auf die Freude am gemeinsamen Spiel hin, sprechen Mut zu, eigene Grenzen zu überschreiten, um neue Ziele zu erreichen, erkennen wertschätzend Werke an.

 


Es wird stets darauf geachtet, dass Kinder Erfolgserlebnisse haben und viel Anerkennung erfahren, damit sie ein positives Selbstbild und Selbstwertgefühle aufbauen können. Bewusst lesen wir Bücher oder hören Geschichten, in denen Freude, Glück, Angst, Ärger, Traurigkeit etc. eine Rolle spielen und besprechen anschließend die Gefühle der Handelnden. So gelingt es Kindern, eigene Verhaltensweisen zu assoziieren, zu reflektieren und einzuordnen.

 

 

 

 

 

 

 


Sie erleben im Kinderhausalltag, dass nicht alle Emotionen jederzeit auslebbar sind. Deshalb besprechen wir Handlungsalternativen, setzen Grenzen und vereinbaren Regeln, die dem Gemeinwohl dienen, um ein soziales Miteinander zu fördern.

3. Wenn diese beiden Fähigkeiten erlernt sind, kann sich das Kind Einfühlungsvermögen und Mitgefühl aneignen. Es nimmt die Gefühle anderer Menschen wahr und reagiert angemessen

Nachdem Kinder sich ihrer eigenen Gefühle bewusst sind, können sie auch Emotionen anderer erkennen. Ihnen wird verdeutlicht, dass ein Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten
und den Gefühlen der davon Betroffenen besteht und umgekehrt. Zahlreiche Alltagssituationen nehmen wir zum Anlass, um positive Reaktionen von Kindern wertzuschätzen und Gespräche zu führen, die die Fähigkeit fördern, sich in andere hineinzuversetzen und deren Gefühle sowie Standpunkte nachzuvollziehen. Rollenspiele und Bildmaterial helfen Kindern, Vergleiche anzustellen, zu begreifen, nachzuahmen und zwischen erwünschtem und unerwünschtem Verhalten zu unterscheiden.
In Streitsituationen hören wir stets die Meinungen aller an und unterstützen darin, konstruktive Lösungen anzubahnen. Bei Fehlverhalten ist es uns wichtig, dass Kinder sich entschuldigen.

Wir fördern ein rücksichtsvolles Miteinander, bei dem Kinder angeregt werden, auf die Bedürfnisse und Emotionen anderer einzugehen, z.B. das Holen eines Taschentuchs bei Traurigkeit, die Hilfe beim Anziehen der Jacke, das Begleiten in einen anderen Raum. Regelmäßig beteiligen wir uns an Aktionen, wie „Kinder helfen Kindern", „Sternenaktion" etc., um Kindern aufzuzeigen, dass auch sie sich schon sozial engagieren und einen helfenden Beitrag leisten können.

4. Die Kinder entwickeln Wertschätzung gegenüber Tieren und der Natur

Für Kinder ist Natur vor allem etwas Lebendiges. Natur weckt Neugier, ist geheimnisvoll und immer wieder neu. Durch eigenes Erleben gelingt es Kindern, eine positive Beziehung zur Natur aufzubauen und Verantwortung zu übernehmen. Schon im Garten weisen wir Kinder auf Veränderungen hin, beobachten Tiere und Vegetation oder klären über den respektvollen Umgang mit Pflanzen und Lebewesen auf. Damit Kinder Hintergründe erfassen können, übertragen wir ihnen Verantwortung z.B. für die Pflege der Pflanzen im Raum, im Hochbeet oder den selbst gesäten Kräutern im Kasten.
Gespannt verfolgen sie die Wachstumsphasen von der Saat bis zur Ernte und erfassen natürliche Zusammenhänge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gezielte „Impulse in der Natur" wecken Neugier und Phantasie, weil sich die Natur ständig verändert und immer wieder neue Herausforderungen bietet. Das Erkennen von wiederholenden Kreisläufen wie dem Wechsel der Jahreszeiten, das Untersuchen des Waldbodens mittels Lupen oder das intensive Befühlen der Baumrinde hilft Kindern, in Beziehung zur Natur zu treten und diese zu respektieren.

 

 

 


Auch bei Aktionen wie „Putzede" rund um das Kinderhaus werden Kinder eingebunden, damit sie Erleben, dass es wichtig ist, die eigene Umwelt zu schützen.

 

„Wertschätzung ist etwas Wundervolles was andere auszeichnet, wird unser Besitz"

(Voltaire)

 

Sinn, Werte und Religion

 

1. Durch die Vermittlung von Sinn- und Wertgefügen auf elementare Weise erlangen alle Kinder  nachhaltig Orientierung

Werte hängen mit Wertschätzung zusammen. Deshalb ist es uns wichtig, dass Kinder Haltungen und Einstellungen entwickeln, die von Offenheit, Toleranz, Respekt und Anerkennung geprägt sind.
Durch Rituale wie Begrüßung, Morgenkreis, gemeinsames Singen und Essen oder der Feier des Geburtstages erleben Kinder Anerkennung und Orientierung. Bewusst und unbewusst fungieren Erzieher als Vorbilder und regen die Kinder an, Werte wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Höflichkeit etc. nachzuahmen und als wertvoll zu empfinden. Vor allem der achtungsvolle Umgang miteinander will erlernt sein. So halten wir Kinder z.B. an, sich ausreden zu lassen, bitte und danke zu sagen, uns bei der Begrüßung die Hand zu geben usw. Wir wirken darauf hin, dass sich Kinder gegenseitig unterstützen, respektieren und Achtung in ihren Stärken und Schwächen entgegenbringen. Sie lernen im gemeinschaftlichen Umgang miteinander zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu unterscheiden, Konflikte auszuhalten und auszutragen und freundschaftliche Verbindungen einzugehen.

2. Die Kinder beginnen, sich ihrer eigenen Identität bewusst zu werden und erleben sich als Teil einer sozialen Gemeinschaft

Damit Kinder ihre eigene Identität entwickeln und sich ihrer bewusst werden, ist das Recht auf Mitbestimmung unabdingbar. Deshalb haben alle Kinder unseres Hauses nach der  Eingewöhnungsphase die Möglichkeit, ihren Tagesablauf selbst mitzugestalten. Sie treffen selbstständig die Wahl der Räumlichkeiten, Spielpartner und Spielthemen. So gelingt es ihnen, Unterschiede wahrzunehmen, Fähigkeiten und Talente zu erkennen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Die zweimal täglich stattfindenden Kinderkonferenzen fördern das Zugehörigkeitsgefühl zu einer altersgemischten Bezugsgruppe und bieten Raum, mit Kindern veränderbare Regeln für ein soziales Miteinander aufzustellen, damit niemand in seinen Rechten verletzt wird. Zielgerichtete Aktionen und Angebote helfen ihnen, sich als Teil einer altershomogenen Farbgruppe aber auch der Kinderhausgemeinschaft wahrzunehmen. Um sie darin zu bestärken, sich auch als ein Mitglied der Gemeinde Baltmannsweiler zu definieren, fördern wir eine aktive Öffnung nach außen. Spaziergänge laden ein, die Gemeinde bewusst zu erkunden. Beim Einkauf in ortsansässigen Lebensmittelläden sowie bei Besuchen von Institutionen wie Sparkasse oder öffentlichen Einrichtungen, wie Bücherei, Schule, Gemeindehaus und Rathaus bringen wir Kindern Wege, Nutzungsmöglichkeiten, Abläufe und Verhaltensweisen näher. Wir vermitteln dabei z.B. auch, dass die Gemeinde Träger unserer Einrichtung ist und welche Strukturen und Zusammenhänge Rathaus und Kinderhaus verbinden. Im Gemeindehaus überraschen wir z.B. die Senioren des Mittagstisches mit kreativen Werken und gemeinsamem Singen oder wir fördern das Miteinander von Jung und Alt mit den Bewohnern des Seniorenheimes in Baltmannsweiler.

3. Sie erfahren um die Bedeutung weltlicher und religiöser Traditionen

In unserem Kinderhaus sind alle Kinder gleichermaßen willkommen. Mit ihren unterschiedlichen kulturellen und religiösen Prägungen lernen sie Sichtweisen und Traditionen wechselseitig kennen und verstehen. Des Weiteren ist auch unser Bildungsangebot so gestaltet, dass es Kindern möglich ist, Wissen über andere Religionen zu erwerben. Wir sind sensibel für ihre religiösen Fragen und stärken jedes einzelne Kind in seiner eigenen Religion. Die Vernetzung mit dem Gemeinwesen erfolgt z.B. durch den Besuch von ortsansässigen Kirchen, die gemeinsame Andacht im Seniorenheim oder die Erntedankfeier im Kinderhaus. Bei allen Feierlichkeiten ist es uns wichtig, Kindern einerseits eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten zu zeigen, z.B. bei der Wahl der Dekoration, des Essens, begleitender Spiele, Lieder oder Geschichten, anderseits pflegen wir bedeutsame Traditionen und Rituale, die den jeweiligen Tag unterstreichen, z.B. das Tragen der Geburtstagskrone, der geschmückte Baum an Weihnachten, das Laufen mit einer Laterne oder das Suchen des Osternestes.
Bewusst werden religiöse und weltliche Feiertage gemeinsam begangen, Bedeutungen, Symbole und Traditionen mit allen thematisiert sowie Vorbereitungen getroffen.

4. In ihrem Philosophieren und Theologisieren über das Leben und die Welt stehen wir als  verständnisvolle Partner zur Verfügung

Kinder stehen vor der Aufgabe, eine eigene Weltanschauung zu entwickeln. Auf diesem Weg sind sie Suchende und vor allem Fragende. Sie wollen die Welt verstehen und sie in Worten und Bildern begreifen. Alle Erzieher zeigen deshalb ein authentisches Interesse an all ihren Fragen
zu Gott und der Welt. Durch aktives Zuhören und weiterführendes öffnendes Nachfragen in vertrauter Atmosphäre schaffen wir Sicherheit und regen Kinder an, ihre Fragen zu stellen, Ansichten und aktuelle individuelle Themen mitzuteilen. Wir hinterfragen, fordern Begründungen ein, erfragen Beispiele, ziehen in Zweifel, provozieren und stellen Zusammenhänge her, um gelingende Gespräche zu führen. Um mit Kindern geplanten, philosophischen oder theologischen Themen nachzugehen, bieten wir ihnen Anregungen in Form von Situationen, Fragestellungen, Texten, Bildern und Geschichten, die ihre Vorstellungs- und Einbildungskraft herausfordern. Auch eine kreative Auseinandersetzung kann als Zugang dienen und Kinder zur weiteren Denkarbeit motivieren.
Wir lehren ihnen dabei, dass es zu diesen Themen nicht eine richtige Ansicht, Antwort oder Meinung gibt, sondern jeder aus einer Vielfalt an Möglichkeiten die zu ihm passende Anschauung findet.