Dokumentation Curriculum

 

Mats 4 Jahre,9 Monate, Nils 5 Jahre, 3 Monate

 

Erziehunsziel: Erweiterung der Kenntnisse über Instrumente der musischen Ausdrucksfähigkeit.

 

Herstellung eines Musikinstrumentes

 

Umsetzung

 

Eine Erzieherin möchte, dass sich Mats und Nils intensiv mit Musikinstrumenten auseinandersetzen.

Als erstes sollen sie sich mit dem Thema Aufbau und Herstellung eines Instrumentes aus Alltagsmaterialien befassen.

Gemeinsam mit ihnen erörtert sie, welche Materialien es hier für im Kinderhaus gibt und was für Instrumente sich daraus erschaffen lassen.Es entsteht die Idee, eine Rassel zu bauen.

Als alle geeigneten Materialien und benötigten Arbeitsgeräte zusammengetragen sind, hinterfragt die Erzieherin Ideen zur baulichen Vorgehensweise, lässt diese die Kinder erproben, gibt Tipps, verweist auf Größenverhältnisse und erörtert z.B. die unterschiedliche Beschaffenheit der vielfältigen Klebemittel im Malatelier.

Nachdem eine Papprolle in geeigneter Größe und Dicke ermittelt wurde, die als Rasselkörper dienen soll, das Tonpapier auf dessen Stärke und nötigen Durchmesser überprüft wurde sowie Ideen für die äußere Gestaltung ausgetauscht sind, machen Nils und Mats sich an die Arbeit.

Als die Beiden die erste Seite ihrer Rolle mit dem Tonpapierkreis verschließen wollen, zeigt die Erzieherin ihnen, wie sie die Rolle auf die Mitte des großen Tonpapierkreises stellen können, um diese dann mit dem Bleistift zu umfahren. Anschließend gilt es im Abstand von circa 1cm vom Rand zum Bleistiftkreis Einschnitte anzubringen. Dabei erläutert sie den Kindern, dass dies nötig ist, damit sich das Papier gut um die Rolle legt und kleben lässt.

Während der Klebstoff trocknet, experimentieren die Kinder mit anderen Rollen, welcher Inhalt sich in welchen Mengen zum Rasseln eignet. Dabei wählen sie aus Linsen, Erbsen, Sonnenblumenkernen, kleinen Steinen etc.

Nachdem jeder seine Zusammensetzung mit dem für seine Begriffe bestem Klangergebnis ermittelt hat, wird die eigene Rolle gefüllt, die zweite Seite ebenfalls verschlossen und dann die Rassel zum Trocknen auf die Heizung gelegt.

Bei einem weiteren Treffen gestalten Mats und Nils die Rasseln farblich nach ihren Vorstellungen.

 

Lerninhalte

 

Auseinandersetzung mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Musikinstrumenten

Förderung der eigenen Kreativität

Lernen, unterschiedliche Materialien hinsichtlich ihrer Eignung zu überprüfen

Differenzierte Erprobung und Wahrnehmung von Klanggeräuschen

Erweiterung der feinmotorischen Fertigkeiten

 

Aussagen der Kinder

 

Nils: „Flöte, Trommel“

Mats: „Ich kenn Klavier und Trompete, aber die gehen nicht“

N: „Rassel“

M: „Wir haben eine Rassel zu Hause.“

Wie Rassel basteln?

N: „Mit einem Blatt Papier. Anmalen und dann noch basteln.“

N: „Murmeln könnten wir rein machen. Und dann müssen wir noch zumachen, dass nicht alles rausfällt.“

N: „Hey, das ist wie ne Klorolle, nur größer. Das wär gut.“

M: „Kastanien“

N: „Das sind Steinchen.“

M: „Mein Kreis muss größer werden!“

M: „Nur eine Seite zumachen. Die Sachen müssen ja erst noch rein. Deswegen nur eine. Und danach dann zu. Und dann malen wir noch an.“

N: „Ich bin Linkshänder.“

M: „ Der Kleb geht am besten.“

N: „Tun wir jetzt die Sachen rein?“

N: „Ich möchte Steine“

N: „Ich tu immer vermischen...Steine, Linsen, Steine, Linsen.“

M: „Das ist oben und das ist unten.“

N: „Oben müssen wir noch nen Bobbel drauf machen.“

N: „Ich tu mein Rassel dann ans Fenster kleben“

M: „Nein, ne Rassel ist doch nicht fürs Fenster!“

N: „Wir könnten eigentlich noch einen Stiel hinmachen. Zum Festheben, wie beim Windrad.“

N : „Wir brauchen einen Pinsel.“

M: „Und Malerkittel“

 

 

 

 

Die Rasselrolle zur Liedbegleitung einsetzen

 

Umsetzung

 

Nils und Mats treffen sich wieder mit der Erzieherin, um ihre selbst hergestellte Rassel zu erproben. Die Erzieherin gibt ihnen Zeit, erstmal frei auszuprobieren, welche Klänge sich erzeugen lassen. Danach stellt sie gezielte Aufgaben, wie schnelle, langsame, schwingende oder waagerechte und senkrechte Bewegungen auszuüben und hinterfragt, welchen Einfluss diese jeweils auf den Klang haben.

Als Mats und Nils dies verinnerlicht haben, bittet die Erzieherin Sie, zu versuchen, ihre Bewegungen in Einklang zu bringen. Gemeinsam probieren sie, erst mithilfe kleiner Bewegungen ein Rieseln zu erzeugen und dann die Rasseln zusammen im Kreis zu schwingen. Im Anschluss gibt die Erzieherin unterschiedliche Takte vor, in die beide versuchen einzuschlagen. Dabei bemerken sie, dass dies gar nicht so leicht ist. Als Nächstes erläutert die Erzieherin, dass sie ihr Instrument nun als Begleitung eines Liedes einsetzen können. Auch dies lässt sie die Kinder erst einmal frei umsetzen. Anschließend verweist sie auf den Liedtakt, spielt das Lied erneut, gibt dabei anfangs den Takt vor und bittet die Kinder dann, alleine im gleichen Rhythmus weiter zu rasseln.

Nachdem dies gelingt, möchten die Kinder ein anderes Lied hören, um es erneut mit ihrer Rassel zu begleiten. Bewusst wählt die Erzieherin hierfür ein Lied mit einem schnelleren Rhythmus aus.

 

Lerninhalte

 

Experimentelles Erproben eines eigenen Instrumentes

Verbindungen zwischen Bewegung und Klangergebnis erkennen und Rückschlüsse daraus ziehen

Lernen, im rhythmischen Einklang mit einem Partner zu spielen

Ein Gespür für den Takt eines Liedes entwickeln

Gezielte Bewegungen als Liedbegleitung umsetzen

Förderung des kommunikativen Austauschs mit einem Partner

 

Aussagen der Kinder

 

Nils: „Gleich“

Mats: „Anders“

M: „Wenn man so macht, und dann schnell, dann ist es lauter.“

Nils: „Bei mir ist das nicht so, bei mir ist es lang. Bei mir ist das so anders, weil ich hab mehr als Mats drin.“

N: „Das hört sich an wie von ner Trommel und das wie von Steinen“

M: „Das rasselt da nicht so arg“ (wenn man Kreise mit den Armen macht)

N: „Du bist zu schnell!“

M: „Du musst zu mir schaun!“

M: „Ich hab den Takt gehört!“

N: „Noch ein Lied!“

M: „Aber was anderes!“

 

Umsetzung der Klanggeschichte „Sommergewitter“

 

Umsetzung

 

Um Nils und Mats eine weitere Möglichkeit der instrumentalen Begleitung aufzuzeigen, stellt die Erzieherin ihnen eine Klanggeschichte vor. Als erstes liest sie diese vor und bespricht mit den Kindern den Inhalt. Danach erläutert sie, dass der Text begleitend durch Instrumente untermalt werden soll, weshalb die beiden nun während sie nochmals Zeile für Zeile liest, überlegen müssen, wie sich das jeweilige Ereignis anhört. Schnell fühlen sich die Kinder dabei in Situationen, wie „das Ziehen der Wolken“ oder „leisen Donner“ ein. Im Anschluss hinterfragt die Erzieherin, welche Instrumente die beiden als geeignet empfinden, um das Gehörte zu verdeutlichen.

Sie ermuntert Mats und Nils, die Instrumente des Musikbereiches entsprechend zu erproben. Nachdem beide alle Vorhandenen angespielt haben und diskutiert und festgelegt wurde, dass zum Beispiel mit dem Xylophon der Wind oder mit der Russell das Ziehen der Wolken verdeutlicht werden soll, bespricht die Erzieherin die richtige Handhabung und die klanglichen Möglichkeiten der ausgewählten Instrumente mit den Kindern.

Anschließend wird sich darauf geeinigt, wer welche Instrumente spielen möchte. Dann beginnt die Erzieherin Zeile für Zeile zu lesen und fragt nach, wie das jeweilige Kind sein Instrument dazu spielen würde. So gelingt es, dass die Beiden nach und nach aus dem Text heraushören, wann langsames, vorsichtiges Spielen, wann kurzes oder langes Anschlagen und wo schnelles kräftiges Spielen passend ist. Im weiteren Verlauf setzen Nils und Mats ihre Instrumente während des Lesens selbstständig ein. Begeistert möchten sie die Geschichte nochmals hören und dabei die Instrumente tauschen.

 

Lerninhalte

 

Entwickeln von Textverständnis

Interpretation eines vorgegebenen Textes

Finden von klanglichen Assoziationen

Erprobung von Instrumenten hinsichtlich ihres Klangs

Schulung im Umgang mit den ausgewählten Instrumenten

Den differenzierten Einsatz passend zum Text erlernen

Selbstständiges umsetzen einer Klanggeschichte

 

 

Aussagen der Kinder

 

Mats: „Erst ist wenig Wind, dann ganz doll.“

Nils: „Es donnert und gibt Blitz. Ich hab auch schon Donner gehört, ganz laut.“

N: „Das ist das Xylophon“

M: „Hier sind die Klanghölzer, die gehen“

N: „Eine Rassel. Ich hab sie.“

N: „Drauf klopfen. Mit den Schlägern.“ (Wie benutzt man das Xylophon?)

M: „Das ist so, damit sich das dann so anhört.“ (Kugeln an Schlägeln)

M: „Das hört sich dann immer so anders an.“ (Verschiedene „Tasten“ Xylophon)

N: „Die Töne sind gut.“

M: „Die Trommel für den Donner.“

N: „Die hören sich auch unterschiedlich an (Klanghölzer). Bei einem tuts so ... laut. Und eins tut leise.“

N: „Das hört sich dann anders an.“ (Wenn man die Instrumente bei Klanggeschichte langsam oder schnell spielt)

M: „Da muss ich schnell machen.“ (In der Mitte der Geschichte, bei schlechtem Wetter)

N: „Nur ganz leicht streichen.“

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