Luis H. 5 Jahre,4 Monate , Muhamed 4 Jahre,6 Monate, Maximilian 4 Jahre, 3 Monate

Erziehungsziel: Erweiterung der ästhetischen Wahrneh- mungs- und Gestaltungsfähigkeit

Künstlerische Gestaltung mit Farbnuancen

Umsetzung

Eine Erzieherin möchte, dass sich Maximilian Muhammed und Luis H. intensiver mit den Temporafarben und ihren gestalterischen Möglichkeiten auseinandersetzen.
Als erstes betrachtet die Erzieherin mit den Kindern die vorhandenen Farbflaschen im Malatelier. Dabei weist sie darauf hin, dass es von der Temporafarbe je nur einen Farbton gibt, z. B. ein Blau,im Gegensatz zu den Buntstiften, wo meist 2-3 Töne eine Primärfarbe vorhanden sind, weshalb sie den Kindern deutlich machen möchte, wie sie selbst unterschiedliche Farbnuancen herstellen können. Sie lädt die Kinder ein, einen Farbkreis zu kreieren. Dafür hat sie für jedes Kind einen weißen Tonkartonkreis vorbereitet, fordert sie auf sich einen Malkittel anzuziehen und einen Flachpinsel zu holen. Nachdem sie etwas blaue Farbe in eine Schale gegeben haben, leitet die Erzieherin die Kinder an, einen Kreis in ihre jeweilige Blatthälfte zu zeichnen.
Anschließend wird ein wenig weiße Farbe unter die blaue gemischt und mit dem entstandenen Ton ein weiterer Kreis innen an den vorhandenen ergänzt. Die Erzieherin führt den Begriff "Aufhellen" ein, lässt die Kinder die Farbtöne vergleichen und gibt dann wiederum, etwas weiße Farbe hinzu. Dabei erklärt sie, wie wichtig es ist, immer sorgfältig mit wenig Farbe zu arbeiten.
Den Vorgang wiederholen alle drei Kinder, bis sie die Blatt- mitte erreicht haben. Anschließend stellt die Erzieherin ihnen schwarze Farbe zum Mischen zur Verfügung, wiederholt die vorher eingeführten Prozesse und leitet sie an, mit den entstehenden dunkleren Blautönen ihre Kreise nach außen hin zu erweitern.
Die Kinder bemerken, dass dazu Geschick nötig ist, dass schwarze Farbe eine noch feinere Dosierung erfordert und dass sie sehr viele unterschiedliche Blaunuancen erschaffen haben.

Lerninhalte

Einführung der Begriffe Aufhellen und Abdunkeln
Experimentelles Aneignen von neuem Wissen
Gezielte Umsetzung von räumlichen Anordnungen
Erweiterung der kreativen Fähigkeiten
Förderung des logischen Mitdenkens und Schlussfolgerns

Aussagen der Kinder

Maximilian: „Dann wird's noch heller."
Luis: „Bei mir ist es richtig blau!"
Muhammed: „Das ist ganz hellblau geworden."
L: „Ich brauch neue Farbe!"
Ma: „Dann wird's dunkler."
Mu: „Das ist mit blau."
L: „Ist das nicht braun?"
Ma: „Jetzt wird's noch dunkler! Ganz dunkelschwarz."
Ma: „Ich hab jetzt schon 6 Kreise."
Mu: „Ich auch."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreatives Experimentieren mit Mischfarben

Umsetzung

Nun möchte die Erzieherin, dass sich Maximilian, Muhammed und Luis experimentell dem Mischen von Primärfarben zuwenden. Dafür hat sie Papier in A6 Größe vorbereitet und erarbeitet mit den Kindern, welche Arbeitsgeräte und Materialien benötigt werden, lässt diese ihren Platz entsprechend vorbereiten und erklärt, welche Farben zu den Primärfarben zählen. Auf dem ersten A6 Blatt experimentieren die Kinder mit den Farben rot und gelb. Dabei weist die Erzieherin darauf hin, dass die drei ihren Pinsel immer sorgfältig auswaschen müssen, gibt teilweise konkrete Aufgaben, wie z.B. einen gelben Kreis zu malen und dann an einem Teil einen roten Kreis zu ergänzen. Schnell erkennen die Kinder, dass beim Mischen orangene Farbtöne entstehen. Ein weiteres A6 Blatt wird mit den Farben rot und blau gestaltet. Die Erzieherin ermutigt die Kinder dabei, mit Farbmenge, Wassergehalt nach dem Ausspülen und Formen zu experimentieren. Begeistert kommentieren diese ihre Erkenntnisse. Nachdem das dritte Kunstwerk aus gelb und blau und den daraus entstandenen Grüntönen erschaffen wurde, möchten die Kinder wissen, was passiert, wenn man grüne Temporafarbe mit gelber mischt. Auf einem vierten Blatt führen sie die Mischgestaltung deshalb erneut durch. Abschließend schlägt die Erzieherin den Kindern vor, ihre kleinen Kreationen auf ein großes Blatt zu kleben, sodass ein richtiges Kunstwerk entsteht.

 

Lerninhalte

Einführung in das Mischen von zwei Primärfarben
Experimentelles Erarbeiten von Farbmischungen
Erkennen von Farbfamilien
Auseinandersetzung mit dem kreativen Experimentieren
Entwickeln von motorischer Sicherheit in der Handhabung der Gerätschaften
Schulung der feinmotorischen Fertigkeiten

Aussagen der Kinder

Muhammed: „Aaaah, jetzt wird Wasser orange.“
Luis: “Maximilian, hast du einen Borstenpinsel?“
Maximilian: “Nein, ich hab einen Haarpinsel“
L: “Das hat sich verändert...das Rot“
Ma: “Das ist orange“
Ma: “Meins wird gleich wieder orange, weil ich hab gelb und rot gemischt“
Mu: „Bei mir auch orange“
Ma: "Jetzt mal ich mal noch rot über orange. Jetzt ist alles voll mit rot. Und jetzt mach ich noch gelb drüber.“
M: „Meiner (Pinsel) ist gleich ganz gut ausgewaschen. Das ganze Wasser ist jetzt orange geworden. Weil mein Pinsel da rein ist mit orange und rot.“
L:“ Bei mir ist das Wasser auch ganz orange“
L:“Da ist es rot und blau und bei mir wird’s lila“
M:“Bei mir wird’s auch lila“
Mu: “Und bei mir auch lila“
Ma:“Aus rot und blau (entsteht lila)“
Ma: „Ich wasche gerade meinen Pinsel aus. Jetzt ist er gleich voll sauber“
Ma: „Soll ich dir sagen was meiner für ein Pinsel ist? Ein Haarpinsel.“
Ma: „So sieht ein Borstenpinsel aus.“
L: „Borstenpinsel sind immer so hart da.“
Ma: „Jetzt ist mein Wasser schon braun geworden“
Ma: „Die Blau ist jetzt grün“
Ma: „Dafür braucht man blau und gelb (für die Farbe grün)“
Mu: „Bei mir ist grün und jetzt gelb noch."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstellen eines Gemeinschaftswerkes

Umsetzung

 

Nachdem Luis, Muhammed und Maximilian sich intensiv mit dem Thema Mischen, den benötigten Materialien, dessen Umgang und den Eigenschaften der Temporafarbe auseinandergesetzt haben, möchte die Erzieherin nun, dass sie das erlangte Wissen in einem gemeinsamen Projekt anwenden. Die Erzieherin zeichnet auf einem großen weißen Tonkarton verschiedenste Formen direkt aneinander, sodass ein abstraktes Bild entsteht. Sie zeigt es den Kindern und erläutert, dass all diese Formen in unterschiedlichen Grüntönen angemalt werden sollen. Um dies umzusetzen, gilt es als erstes, die Formen auszuschneiden. Beim Schneiden achtet die Erzieherin auf richtige Scherenhaltung, gibt Tipps, wie man das Papier am besten dreht und unterstützt die Kinder in ihrem Tun. Bevor das Bemalen beginnen kann, teilen die Kinder die Formen untereinander auf, benennen oder bestimmen diese und bereiten ihren Malplatz nun selbständig vor. Die Erzieherin hinterfragt die Begriffe „Aufhellen“ und „Abdunkeln“ und bittet die drei, für jede Form einen anderen Grünton zu mischen. Während der Umsetzung sprechen sich die Kinder ab, vergleichen ihre Ergebnisse und diskutieren die weitere Vorgehensweise. Nachdem alle Formen angemalt sind und der Malplatz aufgeräumt wurde, werden die Formen zum trocknen gelegt. Die Kinder verabreden, sich bald wieder zu treffen, um das Gesamtkunstwerk wieder zusammenzuführen. Gespannt betrachten die Kinder ihre Formen und bemerken schnell, dass es eine Herausforderung wird, diese zusammen zu puzzeln. Nachdem dies gelungen ist, wird der geeignetste Klebstoff ausgesucht und die Erzieherin bespricht die korrekte und sauberste Handhabung. Stolz legen Muhammed, Maximilian und Luis die Arme umeinander, betrachten ihr Werk und kommentieren ihre tollen Grüntöne.


Lerninhalte

Zielgerichtetes Farbmischen
Erlernen von neuen Techniken für das kreative Tun
Intentionale Verwendung von Malutensilien und Werkzeugen
Aneignen von Fachbegriffen zum Thema Farben
Üben von ausschneiden, dosieren von Farbe und kleben von Papier
Wechselseitiger Austausch mit anderen über ein gemeinsames Thema
Anbahnung des kreativen Miteinanders mittels Rücksicht und Absprachen

Aussagen der Kinder

Luis: „Ich bin Linkshänder“
Maximilian: „Bei mir rutscht es immer ab (die Schere)“
Ma: „Ich hab auf der schwarzen Linie entlang geschnitten.“
L: „Mit schwarz konnte man andere Grüntöne machen“
Ma: „Dann ist es dunkler geworden. Mit weiß ist es immer heller geworden“
Ma: „Ein Viereck“
Muhammed: „1, 2, 3, 4 - also Viereck."
Ma: „Für dunkles Grün. Schwarz muss dazu.“
Mu: „Ich brauch auch schwarz“
Mu: „Helleren Ton. Äämm...Weiß muss dazu“
Ma: „Schau mal wie hell meins schon ist.“
L: „Ich möchte das heller machen.“
Ma: „Mehr weiß muss rein.“
Ma: „Schau mal meins ist jetzt schon voll weiß … voll hell mein ich.“
Mu: „1. 2. 3“
Ma: „Ein Dreieck.“
Ma: „Ich möchte es noch heller haben.“
L: „Die Grün wird immer heller.“
Ma: „Die Grün wird immer dunkler“
L: „Wollen wir es noch heller machen?“
L: „Maximilian möchtest du deins auch noch heller haben?“
Mu: „Ich hab auch so eins (Dreieck)
Ma: „Ja, das kommt hier rein!"
L: „Das ist da so kurz, das kommt bestimmt da hin."
Ma: „Nein, das passt da nicht!"