Luna,5 Jahre, Lina 5 Jahre,4 Monate

 

 

Erziehungsziel: Durch aktives Forschen und Experimentieren naturwissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen

 

 

Forschen auf Basis von Versuch und Irrtum

 

Umsetzung

 

Eine Erzieherin trifft sich mit Lina und Luna im Forscherzelt, um sie an das selbstständige Experimentieren heranzuführen. Als erstes bespricht sie mit ihnen die dort aushängenden Forscherregeln und deren Bedeutung. Danach bittet sie die beiden, ihnen bekannte Forscherutensilien zu benennen und zeigt den Kindern ihnen Unbekannte, erläutert wozu man diese einsetzen kann sowie deren Handhabung. Sie ermutigt die Kinder, sich mit der vorhandenen Pendelwaage intensiver zu befassen. Nachdem Lina und Luna mithilfe der Gewichte einen Stein aufgewogen haben, schlägt die Erzieherin vor, zu ermitteln, wieviele Muggelsteine benötigt werden, um einen Bauklotz aufzuwiegen. Sie erfragt zunächst Schätzungen der Kinder und anschließend die tatsächliche Anzahl. Begeistert holen die beiden einen weiteren größeren Klotz und diskutieren über dessen Gewicht und die vermutete Menge Muggelsteine, die benötigt wird.

Um Luna und Lina weitere Möglichkeiten zum Schätzen zu bieten, schlägt die Erzieherin vor, als nächstes mit Wasser zu experimentieren. Hierbei stellt sie den Kindern gezielt unterschiedliche Aufgaben. Als erstes gilt es, in einen kleinen, bereits mit Wasser gefüllten, Plastikbecher so viele Wassertropfen mithilfe einer Pipette einzufüllen, bis dieser überläuft. Auch hier erfragt die Erzieherin die Vermutungen der Kinder. Als zweites ermitteln die beiden, wie viele Plastikeimer voll Wasser nötig sind, um eine Schüssel zu befüllen, bevor sie sich abschließend der Herausforderung stellen, zu schätzen, wie viele Becher Wasser in den Eimer passen könnten.

 

 

Lerninhalte

 

Umgang und Einsatzmöglichkeiten der Utensilien im Forscherzelt kennenlernen

Aktive Auseinandersetzung mit Experimentiermaterialien

Erkennen von Zusammenhängen

Anstellen von Schätzwerten und deren Überprüfung

Förderung von logischem Denken und Schlussfolgern

Sicherheit im experimentieren mit Wasser erlangen

 

Aussagen der Kinder

 

Lina: „Das ist ne Lupe.‘“

Lu: „Becher und Gießkanne. Und Geld.“

Lu: „Da kann man besser sehen“

Lu: „Da kann man Wasser rein“ (Pipette)

Li: „Das ist schwerer.“

Lu: „Der Stein ist schwerer und größer.“

Was passiert, wenn wir den Bauklotz da drauf legen?

Li. „Das da geht dann höher“

Lu: „10“ (Muggelsteine geschätzt für Bauklotz)

Li: „13“

Lu: „ist zu schwer“

Li: „Das Große weg und dann ein Mittelgroßes“

Li: „5 Steine haben wir gebraucht“

Lu: „10“ (Muggelsteine geschätzt für großen Bauklotz

Li: „14“

Lu: „mehr da drauf“

Li: „31“ (Muggelsteine gebraucht für großen Bauklotz)

Li: „Weil der ist viel größer“

Lu: „Da muss man so da drücken“

Lu: „10“ (Wassertropfen geschätzt)

Li: „15“

Lu: „27“

Li: „Bei mir warens 36“

Lu: „10“ (Eimer in Schüssel geschätzt)

Li: „Ich glaub 15“

Li: „4 haben gepasst.“

Lu: „Ja vier in die Schüssel“

Lu: „10“ (Becher in Eimer)

Li: „14“ „Ja, ich glaube 14“

Lu: „3 haben gepasst.“

Lu: „3 in den Eimer und dann vier in die Schüssel.“

 

 

 

Durchführung des Experiments „Umgedrehtes Wasserglas“

Umsetzung

 

Da sich Luna und Lina nun intensiv im Umgang mit der Pipette geübt und mit Wasser geforscht haben, möchte die Erzieherin mit ihnen das Experiment „Umgedrehtes Wasserglas“ durchführen.

Nachdem die Regeln wiederholt und der Forscherkittel angezogen wurde, erläutert die Erzieherin, welche Utensilien benötigt werden und richtet mit Luna und Lina dementsprechend den Forscherplatz ein. Dann erklärt sie den kompletten Ablauf des Experiments und erfragt die Vermutungen, was passieren könnte. Nachdem die Kinder das Glas mit Wasser gefüllt haben, gilt es wieder, auf dieses noch Wasser mit der Pipette zu tropfen, damit es richtig voll ist. Um das Vorwissen der Kinder zu aktivieren, hinterfragt die Erzieherin, die geschätzte Anzahl an Tropfen.

Erstaunt beobachten Luna und Lina das Phänomen, dass der Pappdeckel am Glas klebt und das Wasser nach dem Umdrehen nicht herausläuft. Die Erzieherin versichert ihnen, dass sie dazu keinen Trick angewandt hat und ermuntert sie, das Experiment alleine durchzuführen. Nachdem dies beiden Kindern erfolgreich gelungen ist, wird intensiv über das Phänomen und dessen physikalische Hintergründe diskutiert.

 

Lerninhalte

 

Aktive Anwendung von Erlernten

Lernen, Vermutungen bewusst zu äußern

Umsetzung gezielter Arbeitsschritte

Auseinandersetzung mit physikalischen Gesetzen

Gezielte Beobachtungen wiedergeben

Lernen, Ideen, Vermutungen und Schlussfolgerungen mit anderen auszutauschen und zu reflektieren

Förderung der feinmotorischen Fertigkeiten

 

Aussagen der Kinder

 

Lina: „Ärmel hochkrempeln“

Lu: „Forscherkittel anziehen, nicht essen, wenn man forscht.“

Li: „Da hängen die Regeln“

Li: „Und dann noch Hände waschen.“

Li: „Eine Pipette.“

Lu: „Hier drücken und dann Wasser reinnehmen“

Li: „Ja und das dann da in das Glas rein.“

Lu: „Dann kommt das Wasser da rein.“ (Wenn ich Deckel loslasse)

Lu: „Neee, der ist hängengeblieben.“

Li: „Der Deckel bleibt da dran.“

Lu: „Zuerst Wasser rein und dann mit der Pipette da rein und dann gucken wie viel da rein passt.“

Lu: „Meins ist nicht übergelaufen.“

Li: „Bei mir passt nichts mehr rein. Jetzt ist es voll.“

Lu: „Ich versuch es nochmal. Ich tu erst Wasser rein.“

Li: „Weil die Luft hebt den da dran“ (den Deckel)

Li: „Da innen ist eine Blubberblase.“ (im Wasserglas)

Li: „Hände waschen.“

Lu: „Aber erst aufräumen“

Lu: „Wir müssen das Wasser noch ausgießen und die Gießkanne aufräumen.“

Li: „Jetzt Hände waschen und dann noch Forscherkittel ausziehen.“

Selbstständige Durchführung des Experiments „Nasser Halt“

 

Umsetzung

 

Um Luna und Lina an die eigenständige Umsetzung von Experimenten heranzuführen, stellt sie ihnen das Experiment “Nasser Halt“ vor. Sie bespricht mit ihnen zunächst den stets gleichen Verlauf bei allen Experimenten, vom Zusammentragen der benötigten Materialien und Geräte, dem Einrichten des Forscherplatzes, über das Anstellen von Vermutungen, die Durchführung des Experiments und die dabei gemachten Beobachtungen, dem Vergleich von Vermutungen und Ergebnissen und dem abschließenden Schlussfolgern und Begründen. Danach bittet sie die Kinder, die Materialien für ihr Experiment zusammenzutragen und leitet sie an, wie sie auf ihrem jeweiligen Platz anzuordnen sind. Nachdem sie den Experimentierablauf erläutert hat, erfragt sie die Vermutungen der Kinder, was geschieht und wieviele Centstücke die Pappe tragen kann. Anschließend sagt sie Schritt für Schritt an, was die Kinder tun sollen und hinterfragt die Beobachtungen. Dann wird das Experiment unter Einsatz von Wasser wiederholt. Luna und Lina tauschen sich über mögliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus, setzen das Experiment wieder Schritt für Schritt um und diskutieren anschließend ihre Ergebnisse.

Abschließend werden präzise Vergleiche zum ersten Experiment angestellt, Begründungen gesucht und geäußert. Selbstständig räumen beide ihren Platz auf, säubern ihn und gehen gemeinsam Hände waschen.

Aufbauend zeigt die Erzieherin ihnen, die bebilderten Anleitungen unterschiedlicher Experimente im Forscherzelt und Luna und Lina verabreden sich, diese demnächst zu erproben.

 

Lerninhalte

Schrittweiser Aufbau einer Experimentieranordnung nach Anleitung

Beschreibung der zu verwendenden Gegenstände und Materialien abgeben

Eigenständige Umsetzung gezielter Arbeitsschritte

Lernen, konzentriert zu beobachten

Sicherer Umgang mit den Experimentiergeräten

Aktiver und kommunikativer Austausch mit einem Partner

Förderung des Denkens, Mitdenkens und der Merkfähigkeit

 

Aussagen der Kinder

 

Was brauchen wir denn für ein Experiment?

Li: „Forscherkittel“

Lu: „Und was zum Forschen.“

Li: „Und beim forschen nichts essen nichts trinken.“

Wie viele Centstücke auf die Pappe? schätzen

Lu: „10“

Li: „5“

nachgezählt

Li: „4“

Lu: „Bei mir fällts immer runter.“ „1“

Lu: „Jetzt mit der Pipette“

Li: „(Die Pappe) geht jetzt (mit dem Wasser) nicht mehr weg.

Was glaubt ihr was passiert?

Lu: „runterfällt“

„Wieder nur 1“ (bleibt auf der Pappe liegen)

Li: „Bei mir 4“ (bleiben drauf liegen, vermutet)

Lu: „Bei mir haben 4 drauf gepasst“ (tatsächlich)

Li: „13“ (haben drauf gepasst)

Lu: „Da ist ganz viel Wasser drinnen“ (in der Pappe)

Lu: „Bei mir haben diesmal 6 gehalten.“

Lu: „Bei mir haben jetzt 6 gepasst und davor eins.“

Warum passen mehr drauf?

Lu: „Weil das Wasser mehr ist“

Lu: „Jetzt müssen wir noch Hände waschen, aber erst aufräumen.“